Pflegeheim

Stationäre Pflege 2026: Was die Pflegekasse zahlt und was selbst getragen wird

Im Pflegeheim zahlt die Pflegekasse Pauschalbeträge je Pflegegrad. Der Eigenanteil sinkt durch die Entlastungsregelung seit 2022 mit steigender Aufenthaltsdauer.

Was zahlt die Pflegekasse im Pflegeheim?

Bei vollstationärer Pflege zahlt die Pflegekasse pauschale Leistungsbeträge je nach Pflegegrad – unabhängig von den tatsächlichen Kosten des Heims. Diese Beträge decken ausschließlich den Pflegeanteil der Heimkosten ab.

PflegegradLeistungsbetrag/Monat
Pflegegrad 1125 € (Entlastungsbetrag)
Pflegegrad 2770 €
Pflegegrad 31.262 €
Pflegegrad 41.859 €
Pflegegrad 52.005 €

Stand 2026

Was bleibt selbst zu zahlen?

Die tatsächlichen Heimkosten liegen in der Regel deutlich höher. Selbst zu tragen sind:

  • Pflegekosten über dem Kassenanteil (einrichtungsindividueller Eigenanteil)
  • Unterkunft und Verpflegung (je nach Heim 700–1.200 €/Monat)
  • Investitionskosten der Einrichtung (200–600 €/Monat)
  • Ausbildungsumlage (50–100 €/Monat)

Zusammen ergibt sich ein Eigenanteil von häufig 2.000–4.000 € pro Monat.

Der gestaffelte Eigenanteil (EEE) seit 2022

Seit 2022 gibt es einen gestaffelten Zuschuss der Pflegekasse zum einrichtungsindividuellen Eigenanteil (EEE), der mit steigender Aufenthaltsdauer wächst:

AufenthaltsdauerZuschuss der Pflegekasse zum EEE
Bis 12 Monate15 % des EEE
13–24 Monate30 % des EEE
25–36 Monate50 % des EEE
Ab 37 Monate75 % des EEE

Wichtig: Die Staffelung gilt nur für den Pflegekostenanteil (EEE), nicht für Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten. Diese müssen stets in voller Höhe selbst getragen werden.

Wenn das Geld nicht reicht: Hilfe zur Pflege

Wer die Heimkosten nicht alleine aufbringen kann, hat Anspruch auf Hilfe zur Pflege (Sozialamt). Das Sozialamt übernimmt dann die Restkosten – allerdings können Kinder und der Ehegatte mit höherem Einkommen/Vermögen zur Mitzahlung herangezogen werden.

Wechsel vom Pflegegrad 4 zu 5 im Heim

Im Gegensatz zur häuslichen Pflege steigt bei stationärer Pflege der Leistungsbetrag mit jedem Pflegegrad weiter an. Eine Höherstufung im Heim kann die finanzielle Belastung deutlich reduzieren.

Häufige Fragen zur stationären Pflege

Was ist der einrichtungsindividuelle Eigenanteil (EEE)?

Der EEE ist der Teil der Pflegekosten im Heim, der nicht durch den Pauschalbetrag der Pflegekasse gedeckt ist. Er ist für alle Pflegegrade 2–5 in einer Einrichtung gleich hoch – ein Merkmal der 2022er Reform.

Sinkt der Eigenanteil bei längerem Aufenthalt?

Ja. Durch die EEE-Entlastungsregelung übernimmt die Pflegekasse nach 12 Monaten 15 %, nach 24 Monaten 30 %, nach 36 Monaten 50 % und ab 37 Monaten 75 % des einrichtungsindividuellen Eigenanteils.

Was tun, wenn ich die Heimkosten nicht bezahlen kann?

Beantragen Sie Hilfe zur Pflege beim Sozialamt. Das Sozialamt übernimmt die Restkosten, zieht aber eigene Mittel und Vermögen vorrangig heran. Unterhaltsansprüche gegenüber Kindern können geltend gemacht werden.

Lohnt sich eine Höherstufung im Pflegeheim?

Ja, absolut. Im Gegensatz zur häuslichen Pflege steigen die Kassenleistungen bei stationärer Pflege mit jedem Pflegegrad signifikant. Von PG 3 auf PG 4 steigt der Kassenbeitrag z. B. um über 500 € monatlich.

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