Was passiert beim Begutachtungstermin?
Der MD-Gutachter besucht die pflegebedürftige Person zu Hause (oder im Krankenhaus / Pflegeheim) und erhebt das Neue Begutachtungsassessment (NBA). Dabei werden alle 6 Module bewertet: Mobilität, Kognition, Verhalten, Selbstversorgung, Umgang mit krankheitsbedingten Anforderungen und Alltagsgestaltung.
Das Ergebnis des Gutachtens bestimmt den Pflegegrad – und damit Pflegegeld, Sachleistungen und alle weiteren Ansprüche für die nächsten Monate oder Jahre.
Checkliste für den Tag des Hausbesuchs
- ☑ Pflegetagebuch ausgedruckt und bereit (mindestens 2 Wochen vor dem Termin geführt)
- ☑ Alle Medikamente (inkl. Originalpackungen) sichtbar aufgestellt
- ☑ Arztbriefe, Befunde und Reha-Berichte griffbereit
- ☑ Hilfsmittel (Rollator, Badewannensitz, Greifhilfen etc.) im Zimmer lassen – nicht wegräumen
- ☑ Vertrauensperson anwesend – Angehörige oder Pflegeperson, die ergänzend berichten kann
- ☑ Wohnung nicht aufräumen – der Gutachter soll die reale Alltagssituation sehen
- ☑ Liste mit konkreten Einschränkungen vorbereiten (was ohne Hilfe nicht geht)
Was Sie beim Termin unbedingt ansprechen müssen
- Alle Einschränkungen – auch wenn Sie sich am Termin zufällig besser fühlen als sonst
- Nächtliche Pflegebedarfe: Toilettengang, Unruhe, Stürze in der Nacht
- Psychische Einschränkungen: Ängste, Orientierungsprobleme, Vergesslichkeit
- Schlechte Tage beschreiben – nicht nur den Durchschnitt
- Sicherheitsrisiken: Sturzgefahr, Weglauftendenz, Vergessen von Medikamenten
Tipp: Terminieren Sie den Besuch wenn möglich auf einen typischen oder schlechten Tag – nicht auf einen besonders guten. Das ergibt ein realistischeres Bild des tatsächlichen Pflegebedarfs.
Typische Fehler beim Begutachtungstermin
| Häufiger Fehler | Besser so |
|---|---|
| „Ich komme schon klar" sagen | Konkret beschreiben: „Ich brauche 20 Min. für das Anziehen und brauche Hilfe bei den Knöpfen" |
| Wohnung aufgeräumt | Alltag zeigen: Hilfsmittel, Medikamente, Pflegehilfsmittel sichtbar lassen |
| Keine Begleitperson | Angehörigen dabei haben, der ergänzt und korrigiert |
| Kein Pflegetagebuch | 2–4 Wochen Pflegetagebuch mitbringen |
| Nur gute Tage schildern | Ausdrücklich schlechte Tage und Ausnahmen nennen |
Dauer und Ablauf
Ein Hausbesuch dauert typischerweise 45–90 Minuten. Der Gutachter stellt Fragen zu allen Lebensbereichen, beobachtet die Mobilität und notiert seine Einschätzungen. Am Ende haben Sie das Recht zu fragen, welche Einschätzung der Gutachter vorläufig hat – er muss antworten, auch wenn das Ergebnis noch nicht final ist.
Häufige Fragen zum Begutachtungstermin
Wann bekomme ich den Termin mitgeteilt?
Die Pflegekasse muss den MD innerhalb von 25 Arbeitstagen nach Antragstellung beauftragen, und der MD muss zeitnah einen Termin anbieten. Bei Anträgen aus dem Krankenhaus verkürzt sich die Frist auf 2 Wochen. Den genauen Termin teilt der MD direkt mit – meist per Brief, manchmal telefonisch.
Was wenn ich den Termin verschieben möchte?
Sie können den Termin einmalig verschieben. Kontaktieren Sie den MD dafür frühzeitig und nennen Sie einen Grund. Allerdings verzögert sich damit auch der Beginn Ihrer Leistungen – das Antragsdatum bleibt aber erhalten.
Darf ich Notizen während des Besuchs machen?
Ja. Sie oder Ihre Begleitperson darf Notizen machen. Das ist besonders wichtig, um später nachvollziehen zu können, welche Fragen gestellt wurden und was notiert wurde. Diese Notizen helfen im Widerspruchsfall.
Haben Sie bald einen MD-Termin?
PflegePilot bereitet Sie in 30 Minuten vor — mit KI-Unterstützung und schriftlichem Bericht. Konkrete Vorbereitung auf alle 6 NBA-Module – damit nichts Wichtiges vergessen wird.
Jetzt kostenlos testen →