Was ist 24-Stunden-Pflege?
Bei der 24-Stunden-Pflege (auch „Live-in-Pflege" genannt) lebt eine Betreuungsperson dauerhaft im Haushalt der pflegebedürftigen Person und steht rund um die Uhr zur Verfügung. In Deutschland werden diese Kräfte oft aus Polen, Rumänien oder anderen osteuropäischen Ländern vermittelt.
Legale Beschäftigungsmodelle
| Modell | Bedingungen | Praxis |
|---|---|---|
| Arbeitgebermodell | Betreuungskraft wird in Deutschland angestellt; Sozialabgaben werden korrekt abgeführt | Häufig, über zugelassene Agenturen |
| Entsendung (EU-Unternehmen) | Erlaubt bis max. 24 Monate; Mindestlohn muss gezahlt werden; Anmeldepflichten erfüllt | Verbreitet bei polnischen Agenturen |
| Echte Selbstständigkeit | Kraft ist in ihrem Herkunftsland oder in Deutschland selbstständig; echte unternehmerische Freiheit | In der Praxis selten rechtskonform |
Was ist NICHT legal
- Schwarzarbeit ohne Anmeldung und Sozialabgaben
- Scheinselbstständigkeit: Die Kraft ist faktisch weisungsgebunden, aber formal „selbstständig"
- Dauerbeschäftigung ohne korrekte Arbeitsverträge und Lohnabrechnungen
- Umgehung von Mindestlohnvorschriften
Bußgeld-Risiko: Bei Schwarzarbeit drohen Bußgelder bis zu 500.000 €. Das Zollamt prüft regelmäßig. Wählen Sie ausschließlich legale, zertifizierte Agenturen. Fragen Sie Ihre Pflegekasse nach seriösen Vermittlern in Ihrer Region.
Kosten und Finanzierung
24-Stunden-Pflege kostet im legalen Modell typischerweise 2.000–3.500 €/Monat je nach Anbieter und Pflegebedarf. Die Pflegeversicherung zahlt keine pauschale 24h-Pflege-Leistung, aber diese Budgets können genutzt werden:
- Pflegesachleistungen (bis zu 2.200 €/Monat ab PG 5) bei einem zugelassenen Dienst
- Verhinderungspflege für Vertretungszeiten
- Entlastungsbetrag (125 €/Monat) für Betreuungsleistungen
- Pflegegeld als Zuzahlung, wenn die Kraft vom Pflegegeld-Empfänger privat bezahlt wird
So wählen Sie eine seriöse Agentur
- Prüfen Sie, ob die Agentur klar erklärt, welches Beschäftigungsmodell genutzt wird
- Fragen Sie nach Arbeitsvertrag und Lohnabrechnung für die Betreuungskraft
- Erkundigen Sie sich nach Mindestlohn-Einhaltung und Sozialversicherung
- Achten Sie auf Transparenz bei Vertragsklauseln und Kündigungsfristen
- Holen Sie Referenzen ein und prüfen Sie Bewertungsportale
Häufige Fragen zur 24-Stunden-Pflege
Muss die Betreuungskraft wirklich 24 Stunden „arbeiten"?
Nein. Auch bei Live-in-Pflege gelten Arbeitszeitgesetze. Die Betreuungskraft hat Anspruch auf Ruhezeiten. Legale Modelle regeln explizit, welche Stunden Arbeitszeit und welche Bereitschaftszeit oder Freizeit sind. Reine „24 Stunden Arbeit" ist arbeitsrechtlich nicht möglich.
Was passiert bei einem Zoll-Kontroller?
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls führt unangekündigte Prüfungen durch. Sie prüfen, ob die Betreuungskraft ordnungsgemäß angemeldet ist, ob Mindestlohn gezahlt wird und ob Sozialabgaben abgeführt werden. Bei Verstößen drohen hohe Bußgelder für Auftraggeber und Vermittler.
Wie kann ich prüfen, ob meine Agentur legal arbeitet?
Seriöse Agenturen stellen einen klaren Vertrag aus, benennen das Beschäftigungsmodell explizit, zeigen Lohnabrechnungen vor und erklären, wie Mindestlohn und Sozialabgaben gehandhabt werden. Wenn eine Agentur dazu keine Auskunft gibt oder auffällig günstige Preise bei unklarem Modell anbietet, ist Vorsicht geboten.
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