Leistungen

Pflegeversicherung 2026: Was sie leistet und was sie nicht zahlt

Seit 1995 Pflichtversicherung in Deutschland – aber die gesetzliche Pflegeversicherung ist eine Teilkasko. Was sie zahlt, was nicht, und wie Sie die Lücke schließen.

Die Pflegeversicherung: Grundprinzip

Die soziale Pflegeversicherung (SPV) ist seit 1995 für alle gesetzlich Krankenversicherten Pflicht. Sie soll das Risiko der Pflegebedürftigkeit absichern – aber bewusst nur als Teilleistung. Der Gesetzgeber hat die Pflegeversicherung als „Teilkasko" konzipiert: Sie zahlt Pauschalbeträge, keine Vollversorgung.

Teilkasko-Prinzip: Die Pflegeversicherung übernimmt einen definierten Anteil der Pflegekosten. Den Rest – gerade bei stationärer Pflege oft 2.000–4.000 € monatlich – müssen Betroffene selbst tragen oder durch Zusatzversicherungen absichern.

Leistungsübersicht 2026

LeistungsartPG 1PG 2PG 3PG 4PG 5
Pflegegeld (€/Monat)332573765947
Sachleistungen (€/Monat)7611.4321.7782.200
Kurzzeitpflege (€/Jahr)1.854 €
Verhinderungspflege (€/Jahr)1.685 €
Entlastungsbetrag (€/Monat)131 €
Pflegehilfsmittel (€/Monat)42 € (zum Verbrauch)
Wohnraumanpassung (pro Maßnahme)bis 4.000 €
Stationäre Pflege (€/Monat)7701.2621.7752.005

Stand 2026

Was die Pflegeversicherung nicht zahlt

Bei stationärer Pflege im Pflegeheim entstehen Kosten, die deutlich über die Leistungsbeträge hinausgehen:

  • Unterkunft und Verpflegung im Pflegeheim
  • Investitionskosten der Einrichtung
  • Ausbildungsumlage
  • Pflegekosten über den Pauschalbetrag hinaus

Zusammen können das 2.000–4.000 € pro Monat sein, die aus eigener Tasche oder vom Sozialamt (Hilfe zur Pflege) getragen werden müssen.

Gesetzliche vs. private Pflegeversicherung

Privatversicherte haben eine private Pflegepflichtversicherung (PPV), die den gleichen Mindeststandardleistungen entsprechen muss. Viele ergänzen diese mit privaten Pflegezusatzversicherungen (Pflegetagegeld, Pflegekostenversicherung), um die Deckungslücke zu schließen.

Wann lohnt eine Pflegezusatzversicherung?

Eine Pflegezusatzversicherung lohnt sich je früher, desto besser – Beiträge steigen mit dem Eintrittsalter stark an. Ab 60 Jahren werden viele Angebote sehr teuer oder sind nicht mehr abschließbar. Wichtig: Versicherungen werden bei Pflegebedürftigkeit abgeschlossen, bevor die Pflegestufe/der Pflegegrad vorliegt.

Häufige Fragen zur Pflegeversicherung

Ist die Pflegeversicherung Pflicht?

Ja, seit 1995 ist die Pflegeversicherung für alle gesetzlich Krankenversicherten Pflicht. Privatversicherte haben eine eigene Pflegepflichtversicherung (PPV).

Was bedeutet „Teilkasko" bei der Pflegeversicherung?

Die Pflegeversicherung zahlt nicht alle Pflegekosten, sondern feste Pauschalbeträge je Pflegegrad. Der Rest muss selbst finanziert werden – durch Eigenmittel, Sozialleistungen oder private Zusatzversicherungen.

Wie hoch ist der Beitragssatz zur Pflegeversicherung 2026?

Der Beitragssatz beträgt 2026 für Kinderlose 4,0 %, für Eltern ab einem Kind 3,4 % (mit Abzügen je nach Kinderzahl). Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen sich den Beitrag.

Was tun, wenn das Pflegegeld nicht reicht?

Prüfen Sie: Ist der Pflegegrad korrekt? Gibt es Anspruch auf Sachleistungen oder Kombinationsleistungen? Steht der Entlastungsbetrag zu? Bei sehr hohen Kosten kann die Pflegekasse oder das Sozialamt weitere Hilfen leisten.

Haben Sie bald einen MD-Termin?

PflegePilot bereitet Sie in 30 Minuten vor — mit KI-Unterstützung und schriftlichem Bericht. Damit Sie alle Leistungsansprüche der Pflegeversicherung optimal ausschöpfen.

Jetzt kostenlos testen →